Werden Sie jetzt Mitglied in einem unserer Haus & Grund Vereine vor Ort.
Finden Sie Ihren Haus & Grund Verein einfach über Ihre Postleitzahl oder unsere Ortsvereinskarte.

» Ortsvereins-Suche
» Ortsvereins-Karte
» Onlineantrag

18.12.2025: Spitzengespräch mit Dr. Hans Ulrich Rülke

Wir wollen die Mietpreisbremse in Baden-Württemberg abschaffen! 

Am 18. Dezember, nur eine Woche nach dem Gespräch mit dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel im Landtag in Stuttgart, trafen sich die Vorstände von Haus & Grund Baden und Württemberg, Thomas Haller und Sebastian Nothacker in der Geschäftsstelle der FDP-Fraktion zum Austausch mit Dr. Hans-Ulrich Rülke, der die Partei zur Landtagwahl führt. 

Im Bild oben v.l.: Thomas Haller, Dr. Hans-Ulrich Rülke und Sebastian Nothacker

Bürokratieabbau und Denkmalschutz

Haller hob die große Übereinstimmung des FDP-Wahlprogramms zu Fragen des Eigentums, Wohnens und Bauens mit den Positionen von Haus & Grund hervor. Zustimmend hätten die privaten Eigentümer und Vermieter beispielsweise die Reformvorschläge beim Denkmalschutz zur Kenntnis genommen, die eine flexiblere Handhabung denkmalschutzrechtlicher Regelungen zum Ziel haben. Danach sollen Gemeinderäte im Bedarfsfall die Entscheidungen der Denkmalbehörde mit 2/3-Mehrheit überstimmen können. Rülke erklärte, dass die Erhöhung der kommunalen Mitsprache Teil einer umfassenden Verwaltungsreform sei, mit der zwei Verwaltungsebenen abgeschafft und rund 20 Prozent Personal eingespart werden könnten. Durch die Delegation von Aufgaben würden nicht nur untere Verwaltungsebenen gestärkt, sondern auch Bürokratie abgebaut und Kosten eingespart. ,,Denkmalschutz darf nicht zum Bremsklotz der Stadtentwicklung werden", mahnte der Fraktionschef mit Blick auf eine aktuelle Entscheidung aus Mannheim. Dort hatte die Behörde im Sommer ein heruntergekommenes Parkhaus aus den 60er Jahren zum Kulturdenkmal erhoben und so den Bau einer neuen Stadtbibliothek, deren Planung bereits viel Geld verschlungen hat, ausgebremst. Auch für private Bauherren müssten kostentreibende Vorschriften reduziert und angepasst werden. Beispielhaft nannte Rülke die Pflichten zu Photovoltaik, Dachbegrünung und Fahrradstellplätzen. Mit sogenannten Experimentierklauseln wolle die FDP zunächst in ausgewählten Regionen die Landesbauordnung zeitweise aussetzen und den Kommunen die Entscheidungszuständigkeit zurückgeben. So könnte der Wohnungsbau wiederbelebt und mehr neue Wohnungen geschaffen werden.

Wohnungseigentum und Grunderwerbsteuer

Nothacker griff den Gedanken der Wohneigentumsbildung auf und erinnerte daran, dass Baden-Württemberg einst als „Land der Häuslebauer" einen Ruf genoss. Noch immer, das wisse man aus Umfragen, sei der Traum vom Eigenheim bei der jungen Generation lebendig, es werde jedoch immer schwieriger, das nötige Eigenkapital aufzubringen. Im europäischen Vergleich der Wohneigentumsquote lande Deutschland aktuell auf dem vorletzten Platz, ergänzte Haller. Rülke räumte ein, dass die Grunderwerbsteuer für viele Bauherren und Käufer eine unüberwindbare Hürde darstelle. Die FDP fordere deshalb eine Absenkung von derzeit 5 auf 3,5 Prozent. Darüber hinaus schlage sie vor, einen Teil des Kaufpreises (z. B. 500.000 Euro) von der Grunderwerbsteuer zu befreien, um insbesondere jungen Familien den Erwerb zu erleichtern. Die Steuererleichterung bei der Grunderwerbsteuer an eine Selbstnutzungspflicht der Immobilie zu koppeln, lehne man jedoch ab. Denn das müssten dann die Finanzämter regelmäßig kontrollieren, was wiederum neue Bürokratie und Kosten schaffe.

18.12.2025

Wohnungsmangel und Mietpreisbremse

„Die Mietpreisbremse ist nach wie vor ein großes Ärgernis für unsere Mitglieder. Die damit einhergehende Mietpreisregulatorik beeinträchtige seit nunmehr zehn Jahren den dringend benötigten Wohnungsneubau ebenso, wie wünschenswerte Sanierungen im Bestand. Vorausgesetzt die FDP ist an einer neuen Regierung eteiligt, wie realistisch ist ihre Forderung nach einer Abschaffung?", wollte Haller wissen. "Sollte es zu einer Koalition aus CDU, SPD und FDP kommen, halte ich die Abschaffung der Mietpreisbremse für eine durchsetzbare Option", ließ Rülke wissen. Anders als auf Bundesebene sehe er bei der Landes-SPD in Sachen Mietpreisbremse eine gewisse Kompromissbereitschaft.

18.11.2025Zu den grundsätzlichen Überzeugungen liberaler Wohnungspolitik gehöre: Ohne das Engagement der privaten Vermieter gebe es keinen funktionierenden Mietwohnungsmarkt - sie mit Mietpreisbremse, Zweckentfremdungsverboten und Leerstands-Kontrollen zu gängeln, sei der falsche Weg. Um ein ausreichendes Angebot bezahlbaren Wohnraums zu schaffen, brauche es massiven Neubau, von dem letztlich auch die Mieter profitierten, führte Rülke aus.

Grundsteuerlast und Bürgerfrust

„Viele unserer Mitglieder sind mehr als frustriert," beklagte Nothacker die drastischen Folgen der Grundsteuerreform in Baden-Württemberg. "Eigentümer von Einfamilienhäusern bezahlen oft deutlich mehr, wir haben Mitglieder, deren Grundsteuerlast 3-5-mal so hoch ist, wie vor der Reform." "Auch der jüngste bundesweite Grundsteuervergleich von Haus & Grund Deutschland zeigt die Schieflage, die fünf teuersten Städte (Karlsruhe, Heidelberg, Stuttgart, Mannheim und Tübingen) liegen in Baden-Württemberg," fügte Haller hinzu. "Neben der systemischen Ungerechtigkeit des baden-württembergischen Bodenrichtwertmodells haben leider einige Städte und Gemeinden die Gunst der Stunde genutzt und ihre Hebesätze erhöht, um draufzuschlagen. Wir fordern ein Flächenmodell wie in Bayern, ein bloßes Nachjustieren reicht nicht aus," stimmte Rülke zu. Die selektive Mehrbelastung von Eigentümern und Mietern von Ein- und Zweifamilienhäusern sei nicht hinnehmbar, die Reform bedrohe die Existenz älterer Eigentümer, deren Immobilie Teil ihrer Altersvorsorge sei.

„Um am Wohnungsmarkt eine nachhaltige Wende zu vollziehen, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden, wir brauchen einen echten Bewusstseinswandel jenseits ideologischer Denkverbote," resümierte Rülke abschließend.

Home
Drucken
Kontakt
Teilen