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10.2026: Haus & Grund im Gespräch mit der Bauministerin
Besuch bei Bauministerin Theresa Schopper
„Ich habe die Umfrage wahrgenommen, dass rund 62 Prozent der privaten Vermieter in Baden-Württemberg darüber nachdenken nicht mehr zu vermieten“, sagt die neue Bauministerin kurz nachdem sie sich mit den Vertretern von Haus & Grund Württemberg und Baden an einen Tisch gesetzt hat. Sie bezieht sich dabei auf die Vermieterbefragung des Eigentümervereins. Theresa Schopper (Grüne) präsentiert sich in ihrem Ministerium gut informiert und hemdsärmelig zu einem spannenden Gespräch über die Zukunft von Eigentümern im Land.
In den Händen von Theresa Schopper liegt die frisch gedruckte Broschüre mit den Ergebnissen der Vermieterbefragung von Haus & Grund in Baden-Württemberg. Die aktuelle Statistik zeigt deutlich die harten Zahlen zur Stimmung unter Vermietern. Bürokratische Hürden, Überregulierung und das schlechte Image verderben ihnen die Lust. Interessiert blättert die Bauministerin im Heft. „Ich weiß, wie wichtig private Vermieter für Baden- Württemberg sind und wie verantwortungsvoll fast alle SPrivatleute mit der Vermietung umgehen“, sagt sie. Rund 80 Prozent aller Wohnungen im Land werden privat vermietet. Beim Gespräch weisen beide Landesverbänden deshalb deutlich darauf hin, dass private Eigentümer und Vermieter Teil der Lösung des angespannten Wohnungsmarkts sind. Dem stimmt die Ministerin zu, denn: „Wir schaffen das mit dem Neubau alleine nicht, wir sehen die soziale Verantwortung der privaten Vermieter“, sagt sie. Es sei wichtig aus der Politik positive Signale an sie zu senden. Anstelle von reinen Finanzzuschüssen setzt sie auf Kostenreduktion. Durch das Absenken von überzogenen Baustandards sollen Neubau und Sanierung für private Investoren wieder wirtschaftlich werden. Geplant ist die Einführung des neuen BW-Standards. „Wichtig ist aber auch, dass die Änderungen tatsächlich in den örtlichen Bauämtern ankommen“, ermahnt Sebastian Nothacker, Vorstand von Haus & Grund Württemberg.
Schoppers Plan: Eigentümer aktivieren statt durch Überregulierung demotivieren
Für Diskussion in der Öffentlichkeit sorgte Schopper bereits im Juli, als sie öffentlich im Sinn der Vermieter argumentierte: Sie erkenne die Möglichkeit, dass die Mietpreisbremse private Investitionen ausbremsen könne, sagte sie. Schopper betonte außerdem, dass für das Schaffen und Sichern von bezahlbarem Wohnraum der Fokus stärker auf den Wohnungsbestand gelegt werden müsse. Dazu zählt sie ausdrücklich, private Eigentümer zu aktivieren, statt diese durch Überregulierung zu demotivieren. Vom weiteren Einsatz der Mietpreisbremse – wie er auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben steht – rückt sie allerdings nicht ab. Sie schließe aber nicht aus, die Gebietskulisse zu überprüfen, auf deren Grundlage das Regulierungsinstrument in Kraft tritt oder nicht. Die Aufsichtsratsvorsitzende von Haus & Grund Württemberg, Gabriele Reich-Gutjahr, kritisiert: „Die Mietpreisbremse schafft keine einzige neue Wohnung. Das ist ein Instrument, das wenig Nutzen schafft und für viel Ärger sorgt.“
„Modernisierung muss sich für Vermieter lohnen“
Desweitern weist Reich-Gutjahr auf den künftig zunehmenden Wohnungsbedarf hin. Zugrunde liegt ein enormer demografischer und gesellschaftlicher Wandel, der zu einer wesentlich erhöhten Zahl an Singlehaushalten führt. Mehr Paare trennen sich, Ältere leben alleine. Schopper will den Wohnungsbau effizienter, wirtschaftlicher und digitaler machen. Das soll Neubau und Sanierung wirtschaftlicher machen und so die Zahl der zusätzlichen Wohnungen erhöhen. „Modernisierung muss sich für Vermieter lohnen“, ermahnt Lenke Wischhusen, Vorständin von Haus & Grund Baden. Hohe Auflagen vor allem bei energetischer Sanierung und komplizierte Förderanträge sorgten dafür, dass oftmals nicht saniert werde.
Auch junge Leute wollen Eigentum – der Erwerb muss wieder machbar werden
Allen beteiligten ist klar, dass im Land der Häuslebauer der Wunsch nach Eigentum noch immer sehr wichtig ist. „Auch für junge Menschen“, betont Nothacker. Das zeigen unsere Straßenumfragen, die wir in Stuttgart für unsere Social-Media-Kanäle gemacht haben.“ Auch für Jüngere ist Eigenturm noch immer Teil der Vermögensbildung und Altersvorsorge. Beide Landesverbände fordern deshalb eine Entlastung beim Erwerb von Wohneigentum, insbesondere für Ersterwerber und plädieren für eine deutliche Senkung der Grunderwerbssteuer.
Die Botschaften der Landesverbände hat die Ministerin dankend angenommen und möchte weiterhin im regen Austausch bleiben.
Info: Die Umfragen finden Sie auf Instagram, Facebook und LinkedIn unter @hugwbg