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07.2026: Weniger Köpfe, trotzdem mehr Haushalte
Wieso die Politik Eigentümer jetzt besonders unterstützen muss
Die Zahl der Einpersonenhaushalte in Baden-Württemberg hat ein hohes Niveau erreicht. Nach aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes lebten im Jahr 2025 rund zwei Millionen Menschen ohne weitere Haushaltsmitglieder. Damit entfielen etwa 37 Prozent aller rund 5,4 Millionen Haushalte im Land auf Einzelpersonen.
Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in den größeren Städten des Landes. In Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern, darunter Stuttgart, Mannheim und Freiburg, wohnte nahezu jede zweite Person allein. In kleineren Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern lag dieser Anteil dagegen bei etwa einem Drittel der Bevölkerung.
Insgesamt stellt der Einpersonenhaushalt inzwischen die häufigste Wohnform dar. Daneben lebten etwa 31 Prozent der Bevölkerung in Zweipersonenhaushalten. Haushalte mit drei Personen machten rund zwölf Prozent aus, während knapp 15 Prozent aus vier oder mehr Personen bestanden. Darüber hinaus wohnte ein kleiner Teil der Bevölkerung in Wohngemeinschaften. Die Ergebnisse basieren auf dem Mikrozensus 2025, einer repräsentativen Erhebung zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung.
Zahl der Haushalte bestimmt den Wohnraumraumbedarf nicht Einwohnerzahl
Bereits beim Landesverbandstag von Haus & Grund Württemberg Ende April sprach Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen dieses Thema an. „Wir werden weniger Köpfe, wir sind aber mehr Haushalte“, erklärte der Demograf. Dadurch werde trotz schrumpfender Bevölkerung mehr Wohnraum benötigt. Gründe dafür seinen zum Beispiel, dass sich heute zahlreiche Paare trennten, die zuvor gemeinsam auf etwa 100 Quadratmetern zusammengelebt haben. Danach bleibt meist einer in der großen Wohnung, der andere suche sich eine neue. Das ehemalige Paar belege deshalb nicht mehr 100 Quadratmeter zusammen, sondern meist eher 60 bis 80 Quadratmeter mehr. Dazu komme, dass oftmals Witwen in großen Häusern wohnen bleiben und damit auf sehr viel Wohnraum leben, den sie meist im vollen Umfang gar nicht nutzen. Das bedeutet also: Der Wohnungsbedarf wird stark durch die Zahl der Haushalte bestimmt, nicht nur durch die Einwohnerzahl. Mehr Single-Haushalte erhöhen die Nachfrage nach Wohnungen. Haus & Grund warnt davor, Eigentümer für Entwicklungen verantwortlich zu machen, die vor allem gesellschaftliche Ursachen haben. Die zunehmende Wohnraumnachfrage ist nicht das Ergebnis einzelner Eigentümerentscheidungen, sondern Ausdruck eines langfristigen demografischen und sozialen Wandels.
Für private Vermieter und Eigentümer ergibt sich daraus nach Ansicht des Landesverbandes eine besondere Bedeutung. Denn sie stellen einen großen Teil des vorhandenen Wohnraums bereit und tragen dazu bei, den steigenden Bedarf zu decken.
Private Eigentümer unterstützen
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband, den Wohnungsbau zu erleichtern und zusätzliche Belastungen für private Eigentümer zu vermeiden. Statt immer neue Regulierungen oder höhere Abgaben einzuführen, muss die Politik Rahmenbedingungen schaffen, die Investitionen in Wohnraum attraktiver machen. Nur durch ein größeres Angebot und den Erhalt des bisherigen Wohnraums lässt sich die wachsende Nachfrage dauerhaft ausgleichen.